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Wenn man Fotografen beim Fotografieren fotografiert...

Es gibt Orte auf der Welt, die bei jedem Menschen offenbar eine Art Fotografier-Reflex auslösen. Eins von vielen Beispielen: der Trevi-Brunnen in Rom.
Da sitzt man nun - in zugegeben lauschiger Abendatmosphäre - auf dem mickrigen Platz vor dem Brunnen, hat sein Pflichtfoto geschossen und bemerkt, dass das wirklich Interessante nicht etwa der Brunnen ist, sondern das Treiben der zahllosen Gleichgesinnten. Und die sind in erster Linie damit beschäftigt - richtig! - Fotos zu machen. Warum also nicht einfach mal Fotografen beim Fotografieren fotografieren?
Hier also eine kleine Auswahl - unter anderem vom Trevi-Brunnen in Rom:



Ja, es gibt verehrungswürdige Fotomotive, die es Wert sind, vor ihnen niederzuknien.



Schlecht zu erkennen - aber hier wird hoch professionell gearbeitet: Der Karierte sichert den Bereich nach das links ab, die Rosarote nach rechts, damit die kniende Fotografin (vorne links) freien Blick auf den gestellten Kuss auf dem Brunnenrand hat.



Ein Bild, wie man es im Leben vielleicht nur ein Mal schießt - genau in der Zehntelsekunde, während der der Blitz der Fotografin die drei Trevi-Nixen erhellt... oder sind es gar selbstleuchtende Engel?



Ebenfalls am Trevi-Brunnen - bei Tag und direkt vis-a-vis: noch eine Figurengruppe! Um sie so festzuhalten, hätte Brunnenbauer Nicola Salvi im achzehnten Jahrhundert monatelang Stein meißeln müssen. Heute recht ein Klick aufs Foto-Handy ... nichts anderes machen die drei hier ja auch. Sehr schön!



Klassische Konstellation: Knipser - Kumpel - Kollosseum.



High Tech: Hier ist eine Digitalkamera im Einsatz - erkennbar an der freihändigen Aufnahmehaltung (die Kamera muss nicht mehr ans Auge geführt werden). Bei aller Fortschrittlichkeit bleibt dieser Fotograf jedoch sich und seinem Stil treu.



Auch dieser Herr beweist ... Stil? Aber für einen Rosenmontag ist er natürlich passend gekleidet.



Wer hier DAS Fotografen-Klischee schlechthin bisher vermisst hat: Hier ist er, der japanische Tourist in touristischer Umgebung - aufgenommen in einer deutschen Touristen-Hochburg: Rothenburg ob der Tauber. Er fotografiert übrigens den ganzährig geöffneten Kitsch- und Weihnachts-Devotionalien-Laden - eine der bekanntesten und langweiligsten Sehenswürdigkeiten dieses Ortes.



Auch hier geht es fernöstlich zu ... und quietschbunt.



Wir bleiben im Land des Bittelächelns: Noch ein Kniefall! Was mag der Grund sein? Nur die Fotoperspektive? Oder seine anbetungswürdige Partnerin? Oder hat ihn der wuchtige Weihnachts-Kitsch im Hintergrund zu Boden gezwungen?



Eine weitere Perle der Metafotografie: zwei Touristen - ein Gedanke. Sie fotografieren ihre jeweils Liebsten auf der Restaurant-Terrasse ... in einer Haltung, die sie in puncto Gleichförmigkeit fast fürs Synchronschwimmen qualifiziert.




10.01.2007